Offener Brief von Cedric Mvondo: Die Veränderung sind wir! #BlackLivesMatter #AllLivesMatter

Von Cedrik Mvondo



So schwer die Zeiten für uns alle sind, angesichts der anhaltenden Pandemie, sollten wir Innehalten und die Geschehnisse der letzten Tage und Wochen Revue passieren lassen. Der grausame Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat auf der ganzen Welt Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.



Auch hier in Deutschland demonstrierten Hunderttausende Menschen unter dem Slogan „Black Lives Matter“. Durch die „Black Lives Matter“ Bewegung, werden andere Probleme nicht diskreditiert oder ignoriert, es geht darum das Augenmerk auf dieses eine akute Problem zu richten, es gemeinsam zu lösen und sich dann dem nächsten Problem zu widmen.


Es war wichtig zu sehen wie viele Menschen gemeinsam für ein universelles Anliegen einstehen. Der 06.06.2020 war nicht nur ein Tag der Demonstrationen, sondern ein Tag der Einheit, der vielen Menschen Hoffnung und Kraft geschenkt hat.


Dieser Tag steht im Zeichen der Veränderung.


Rassismus ist nicht nur ein Problem in den USA. Wir dürfen den Rassismus in Deutschland nicht kleinreden. Warum sollten denn sonst Hunderttausende Menschen auf den Straßen gegen den strukturellen und systematischen Rassismus protestieren? Die Menschen lechzen nach Veränderung und haben die leeren Versprechungen satt, sie sind die Ungerechtigkeit und Ungleichheit leid, die sie Tag für Tag erleben.

Zu sagen „Ich bin kein Rassist“ spricht keinen von Rassismus frei. Man muss kein Rassist sein um rassistische Äußerungen zu tätigen, noch viel mehr muss man kein Rassist sein, um jemanden rassistisch zu verletzen. Genau das müssen wir endlich begreifen. Rassismus ist ein sensibles Thema darüber zu reden tut weh, aber ihn zu erleben umso mehr, ad hoc gilt es diesen aufzuarbeiten und eine Lösung dafür zu finden.


Muss erst etwas schlimmes passieren, damit gehandelt wird?

Deutschland darf sich nicht vor der Frage verschließen, ob der Rassismus hierzulande noch existent ist, denn dies wäre bewusstes Missverstehen.

Angesichts der Entwicklung der letzten Jahre und Monate gilt es das Bewusstsein der Mitbürger zu stärken durch Aufklärung, friedvollen Diskussionen und vernünftigen Zeichen.


Rassismus durchzieht sich durch weite Teile unseres alltäglichen Lebens. In der heutigen Zeit herrscht ein Rassismus, der sich immer mehr von einer latenten zu einer manifesten Gefahr entwickelt. Täglich werden Menschen mit Rassismus konfrontiert. Er kommt nicht nur in der Schule, auf der Arbeit oder im Sport vor, er ist Teil unseres alltäglichen Lebens. Niemand wird als Rassist geboren, jedoch sind es scheinbare Banalitäten, die das Bewusstsein jedes Einzelnen prägen, wie z.B. das Spiel „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ oder die Bezeichnung des beigen Buntstiftes als „Hautfarbe“. Dies sind nur einige Beispiele einer horrend langen Liste, die die herrschende Problematik unserer Gesellschaft verdeutlichen.

Rassismus in Deutschland ist real. Er ist diametral entgegenstehend der Werte für die, die Bundesrepublik Deutschland steht.


Ich bin ein Teil von Deutschland wie jede/r andere/r deutsche/r Staatsbürger/in und genauso sehe ich mich in der Pflicht für Einigkeit, Recht und Freiheit aller einzustehen. Der Artikel 3 GG besagt, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind, doch wie kann diese Norm noch Bestand haben, wenn sie weiterhin mit dem Rassismus koexistiert. Jeder Mensch muss seinen Teil dazu beitragen und aktiv mitarbeiten, denn gemeinsam können wir eine Veränderung herbeiführen. Eine Veränderung im Zeichen der Humanität und Toleranz.


Bilder, Videos und Mitteilungen zu teilen sind schön und gut, jedoch sollte sich nicht nur alles auf den sozialen Netzwerken abspielen. Der Kampf gegen Rassismus beginnt im Alltag.


Sind wir uns den Problemen unserer Gesellschaft bewusst? Hören wir uns gegenseitig zu? Welche Werte werden an die Kinder vermittelt? Machen wir Menschen darauf aufmerksam, wenn einer ihrer Handlungen oder Äußerungen rassistisch sind?

Wir können Geschichte schreiben.

Es wird Zeit, dass wir Mut beweisen und unsere Komfortzone verlassen. Wir brauchen niemanden der vorangeht, keinen Anführer, keinen Helden. Gemeinsam können wir Geschichte schreiben und in dieser kann jede/r einzelne ein/e Held/in sein.

Wir wollen Veränderung?

Die Veränderung beginnt mit uns.

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